Woher kommt Reiki?

Dr. Mikao Usui Was wir heute unter Reiki verstehen, nahm seinen Anfang vor etwa 100 Jahren in einer kleinen christlichen Missionsschule in Japan. Es ist eine Geschichte, die in ihrer historischen Exaktheit nicht mehr überprüfbar ist, aber dennoch sehr inspirierend wirkt.
Dr. Mikao Usui, ein christlicher Mönch, wurde eines Tages von seinen Schülern gefragt, ob er alles glaube, was in der Bibel geschrieben steht.
Er bejahte diese Frage. Daraufhin wollten seine Schüler von ihm erfahren, wie Jesus geheilt habe, da in der Bibel stehe: "Ihr werdet all dies tun können und noch viel mehr."
Darauf wußte Dr. Usui keine Antwort. Ihm war bewußt, daß er seine Glaubwürdigkeit verlor, wenn er diese Frage nicht beantwortete. Betroffen gab er seine Stelle auf und machte sich auf die Suche nach einer Antwort.

Diese führte ihn zunächst an die Universität von Chicago, wo er mehrere Jahre christliche Theologie studierte - ohne Hinweise auf eine Antwort. Ihm war aber aufgefallen, daß es in allen großen geistigen Traditionen Heilige (=Heiler) gab, die über das Auflegen der Hände heilten. Deshalb kehrte er nach Japan zurück, um die Heiltraditionen des Buddhismus zu studieren.
Auch hier studierte er alte Schriften und Manuskripte, fand aber nur Bruchstücke einer Antwort.
Ihm wurde bewußt, daß er die Antwort wohl kaum in Büchern finden würde, denn dann hätte jemand vor ihm diese schon lange entdeckt.
Daraufhin beschloß er, auf einem heiligen Berg in der Nähe von Kyoto zu fasten und zu meditieren und um eine Antwort auf seine brennende Frage zu bitten.
Am letzten Tag hatte er kurz vor Sonnenaufgang ein außergewöhnliches spirituelles Erlebnis. Er sah die Antwort.
Seit diesem Zeitpunkt war er in der Lage, durch seine Hände heilende Energie weiterzugeben, als auch Menschen in diese Kunst einzuweihen.

Zunächst ging er in die Bettlerviertel von Kyoto, um die Armen und Kranken von ihrem Leid zu befreien, damit sie wieder arbeiten und ein sinnvolles Leben führen konnten. Nachhaltige Erfahrungen zeigten ihm, daß eine körperliche Heilung ohne eine geistige "Besserung" unvollständig bleibt. Daraufhin entwickelte er die fünf Lebensregeln, die "Philosophie" des USUI-Systems der Reiki-Heilung. In der Folgezeit begann er, interessierte Menschen in die Kunst des Heilens durch Reiki einzuführen.

Dr. Chujiro Hayashi Sein bedeutendster Schüler, der pensionierte Marinearzt Dr. Chijuro Hayashi, führte nach dem Tod von Dr. Usui dessen Lebenswerk weiter. Dr. Hayashi begründete in Tokyo eine Klinik, in der ausschließlich mit Reiki gearbeitet wurde und die seinerzeit in Japan sehr bekannt war.
Er systematisierte das Erbe von Dr. Usui und bildete Schüler im ersten und zweiten Grad aus.
Die Form des traditionellen Reiki-Unterrichts geht auf ihn zurück.
1935 kam eine junge Frau aus Hawaii namens Hawayo Takata in die Klinik, um sich wegen ihrer Krebserkrankung behandeln zu lassen. Frau Takata wurde für einige Monate behandelt und ihr ging es zusehends besser. Daraufhin bat sie Dr. Hayashi, Reiki lernen zu dürfen, damit sie sich selber behandeln könne, wenn sie nach Hawaii zurückfahre. Trotz anfänglicher Skepsis von Dr. Hayashi erhielt sie den ersten und nach intensiver Praxis in der Klinik von Dr. Hayashi den zweiten Grad.

Hawayo Takata In Hawaii eröffnete Frau Takata in ihrem Haus eine Reiki-Praxis und lud Dr. Hayashi ein, nach Hawaii zu kommen und zu unterrichten. Bei diesen Besuchen wurde sie von Dr. Hayashi zur Reiki-Meisterin ausgebildet. Zunächst unterrichtete sie in Hawaii und später auch in Amerika.
Nach Ausbruch des zweiten Weltkriegs war Dr. Hayashi klar, daß Japan bald in einen Krieg mit Amerika eintreten würde. Er ahnte, daß die Konsequenzen dieses Krieges gewaltige Veränderungen in der japanischen Kultur nach sich ziehen würden und daß die Bemühungen von Dr. Usui und ihm in den Kriegswirren verloren gehen könnten.
Kurz vor seinem Tod ernannte er Frau Takata 1941 zu seiner Nachfolgerin, um den vorhersehbaren Konflikt zwischen seinen Vaterlandspflichten und seinem Wirken als Reiki-Meister auf ehrenhafte Weise zu lösen.

Phyllis-Lei-Furumoto Nach dem zweiten Weltkrieg gab Frau Takata viele Behandlungen und unterrichtete den ersten und zweiten Grad. Für fast 40 Jahre war Frau Takata die einzige westliche Reiki-Meisterin.
Erst gegen Ende ihres Lebens bildete sie andere Reiki-Meister, darunter ihre Enkelin, Phyllis Lei Furumoto, aus.
1980 gab es im Westen 22 Reiki-Meister.
Nach dem Tod von Frau Takata trafen sich alle Reiki-Meister und erkannten Frau Furumoto zur Nachfolgerin von Frau Takata an.
Bei diesem Treffen wurde die Reiki Alliance gegründet, ein Zusammenschluß dieser Reiki-Meister.
Seitdem führt Frau Furumoto die Tradition des USUI-Systems der Reiki-Heilung weiter.

Nachdem Reiki immer bekannter wurde, wuchs die Nachfrage nach Kursen explosionsartig an. Deshalb gab Frau Furumoto 1988 die Ausbildung von Reiki-Meistern frei, nachdem dies traditionell nur den sog. Großmeistern (Usui, Hayashi, Takata, Furumoto) vorbehalten war. Sie bat darum, bestimmte Empfehlungen bei der Ausbildung zu beachten und die Tradition des USUI-Systems der Reiki-Heilung zu wahren.
Dies wurde leider nicht von allen Reiki-Meistern befolgt, so daß es inzwischen sehr große Unterschiede zwischen Reiki-Meistern gibt.
Diese Unterschiede machen sich nicht nur inhaltlich in den verschiedenen Seminaren bemerkbar.
Inzwischen gibt es ein sehr breites Spektrum von Meistern, die alle angeben, das gleiche zu vermitteln.
Dieser Zustand löste berechtigte Kritik aus.